Rudolf Burger

Alexander Demandt

Jens Malte Fischer

Friedrich Kittler

Michael Köhlmeier

Konrad Paul Liessmann

Herfried Münkler

Thomas Macho

Herlinde Pauer-Studer

Zarko Puhovski

Alfred Schirlbauer

Richard Swartz

Aleksandar Tisma

Sibylle Tönnies

Prof. Dr. Rudolf Burger
1938 in Wien geboren lehrt er heute Philosophie an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Das Thema seines Vortrages lautet: "Die Politik der moralischen Intervention".

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Rudolf Burger:
Vermessungen. Essays zur Destruktion der Geschichte (1989)
Abstriche. Vom Guten. Und Schönen. Im Grünen (1991)
Überfälle. Inverventionen und Traktate (1993)
In der Zwischenzeit. Adnoten zu Politik und Philosophie (19966)

Prof. Dr. Alexander Demandt

1937 in Marburg geboren, hat Prof. Dr. Demandt zunächst Geschichte und Lateinische Philologie in Tübingen studiert. 1964 promovierte er bei Chr. Habicht zum Thema "Zeitkritik und Geschichtsbild bei Ammianus Marcellinus". Es folgten Lehraufträge in Frankfurt und Konstanz. 1970 Habilitation in Konstanz zum Thema "Magister Militum". Seit 1974 ist er ordentlicher Professor an der freien Universität Berlin.

Sein Arbeitsschwerpunkt ist Geschichte, insbesondere die der Antike, und die Philosophie der Geschichte. Seine Forschungsinteressen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Spätantike, sondern konzentrieren sich außerdem auf Geschichtstheorie und -philosophie und Wissenschaftsgeschichte.

Der Kernsatz seines Vortrages "Vandalismus. Kultur im Krieg" lautet: "Der Krieg ist der Rabenvater aller Dinge". Folgende Aussagen kennzeichnen seinen Vortrag: "Mit der Gewalt gegen Menschen verbindet sich in der Regel auch, gezielt oder hingenommen, Gewalt gegen Kulturgüter. Dies zieht sich durch die gesamte Konfliktgeschichte, und scheint unvermeidlich. Dennoch ist es bedauerlich. Durch die Erinnerung an vergangene Zerstörung lassen sich vielleicht künftige vermeiden."

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Alexander Demandt:
Metaphern für Geschichte. Sprachbilder und Gleichnisse im historisch-politischen Denken (1978)
Der Fall Roms (1984)
Ungeschehene Geschichte. Ein Traktat über die Frage: Was wäre geschehen, wenn....?" (1984)
Die Spätantike (1989)
Endzeit? Die Zukunft der Geschichte (1993)
Der Idealstaat (1993)
Antike Staatsformen (1995)
Das Privatleben der römischen Kaiser (1986)
Vandalismus. Gewalt gegen Kultur (1997)
Hände in Unschuld. Pontius Pilatus in der Geschichte (1999)

www.fu-berlin.de/fmi/antike/Doz/Demandt.htm

Prof. Dr. Jens Malte Fischer
1943 in Salzburg geboren ist Prof. Dr. Fischer heute Professor für Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Nach seinem Studium der Gemanistik, Geschichte und Musikwisschenschaft sowie Gesang, war er von 1982 bis 1988 Professor für Neuere Deutsche, Vergleichende und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität-GH-Siegen. Seit 1989 ist er Professor für Theaterwissenschaft in München.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Kultur der Jahrhundertwende, die Geschichte der deutsch-jüdischen Kultur und des Antisemitismus, die Geschichte und die Analyse der Oper. Darüber hinaus beschäftigt er sich vornehmlich mit der Geschichte des Films und der Geschichte des Sprechtheaters in den deutschsprachigen und romanischen Ländern seit dem 18. Jahrhundert.

Das Thema seines Vortages lautet: "Polemos-Polemik. Überlegungen zu Literatur und Krieg".

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Jens Malte Fischer:
Karl Kraus - Theater der Dichtung und Kulturkonservatismus (1973)
Karl Kraus (1974)
Fin de siècle - Kommentar zu einer Epoche (1978)
Oper, das mögliche Kunstwerk (1991)
Große Stimmen - von Enrico Caruso zu Jessye Norman (1993)
Literatur zwischen Traum und Wirklichkeit (1998)
Richard Wagners "Das Judentum in der Musik" (2000)
Jahrhundertdämmerung - Ansichten eines anderen Fin de siècle (2000)

Prof. Dr. Friedrich Kittler
1943 geboren ist Prof. Kittler heute Professor für Ästhetik und Geschichte der Medien an der Humboldt Universität Berlin.

Das Thema seines Vortrages lautet: "Krieg und Innovation".


Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Friedrich Kittler:
Aufschreibesysteme 1800/1900 (31995)
Grammophon Film Typewriter (1986)
Die Nacht der Substanz (1990)
Dichter Mutter Kind (1991)
Draculas Vermächtnis: Technische Schriften (1993)

Michael Köhlmeier
1949 in Hohenems geboren, arbeitet er heute als Schriftsteller und Erzähler.
Er ist bereits zum zweiten Mal mit einer Lesung beim "Philosophicum Lech", aber als einer der geistigen Väter des Philosophicum war er immer dabei.
Das Thema seiner Lesung: "Archetypen des Krieges. Thukydides ".

Auswahl wichtiger Veröffentlichungen von Michael Köhlmeier:
Spielplatz der Helden. Roman (51998)
Die Musterschüler. Roman (31998)
Bleib über Nacht. Roman (1993)
Telemach. Roman (1995)
Kalypso. Roman (1997)
Dein Zimmer für mich allein. Erzählung (1998)
Calling (22000)
Tantalos oder der Fluch der bösen Tat (2000)
Klassische Sagen des Altertums I-III (ORF-CCD)
Die Nibelungen (ORF-CD)
Biblische Geschichten (ORF-CD)

Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann
1953 in Villach geboren arbeitet der wisschenschaftliche Leiter des "Philosophicum Lech" heute als Professor für Philosophie an der Universität Wien.
Prof. Liessmann hat sich 1989 an der Universität Wien mit einer Arbeit zur Ästhetischen Theorie Adornos habilitiert und ist dort seit 1995 Professor am Institut
für Philosophie.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Ästhetik, Kulturphilosophie, Philosophie des 19. Jahrhunderts (Marx, Kierkegaard, Nietzsche). Er hat sich aber immer auch mit philosophischen Fragen der Gegenwart auseinandergesetzt, vor allem im Zusammenhang mit Entwicklungen im Bereich der Kunst, der Technik und der Medien. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit und seiner Arbeit als Universitätslehrer schreibt er immer wieder Essays und Kommentare, die sich mit dem aktuellen politischen Geschehen, vor allem in Österreich, befassen. Diese Kommentare erscheinen hauptsächlich im "Standard", im "profil" und im "Falter". Nicht zuletzt für diese öffentlichkeitswirksamen und oft heftig diskutierten Texte erhielt er 1996 den österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Die Idee, in Lech ein "Philosophicum", eine philosphische Tagung zu veranstalten, geht auf Bürgermeister Muxel, den Vorarlberger Kulturpolitiker Dr. Guntram Lins und auf Michael Köhlmeier zurück. Diese Herren waren es, die zu Beginn des Jahres 1996 an Prof. Liessmann mit der Frage herantraten, ob er für eine solche Tagung ein Konzept und Programme entwerfen könnte. "Ziel war, eine jährliche Tagung zu veranstalten, die auf hohem wissenschaftlich-philosophischen Niveau brisante Fragen der Zeit auf eine grundlegende, aber doch auch für ein breiteres Publikum attraktive Art und Weise behandeln sollte." Als wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Liessmann für die inhaltliche Ausrichtung der Tagungen, die Wahl und Formulierung der Themen, die Auswahl der Referenten, die Gestaltung des Programms und für die Herausgabe der im Zsolnay Verlag erscheinenden Bücher zum Philosophicum verantwortlich.
Prof. Liessmann wird auch heuer den Einleitungsvortrag zum diesjährigen Thema "Der Vater aller Dinge - Nachdenken den Krieg" halten und die Diskussionen leiten.

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Konrad Paul Liessmann:
Ästhetik der Verführung (1993)
Der Aufgang des Abendlandes. Eine Rekonstruktion Europas (1994)
Der gute Mensch von Österreich. (21996)
Philosophie der modernen Kunst (1999)
Vom Nutzen und Nachteil des Denkens für das Leben (21998)
Die großen Philosophen und ihre Probleme (21999)
Philosophie des verbotenen Wissens. Friedrich Nietzsche und die schwarzen Seiten des Denkens (2000)
Denken und Leben (ORF-CD)

Prof. Dr. Herfried Münkler
1951 in Friedberg geboren ist Prof. Dr. Münkler heute Professor für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität Berlin.

Er hält im Jahre 2000 den Eröffnungsvortrag beim "Philosophicum Lech".
Unter dem Titel: "Kriege und Politik am Beginn des 21. Jahrhunderts" stellt er folgende Grundthesen auf:
"Bereits an den Kriegen im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts fällt auf, daß zwischenstaatliche Kriege statistisch nur noch einen geringen Anteil in der Gesamtbilanz aller Kriege einnehmen. Die meisten Kriege sind innerstaatliche Kriege, die sich in der Regel über Jahre und Jahrzehnte hinziehen. Diese Konflikte sind gekennzeichnet nicht nur durch die Auflösung der klassischen Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nonkombattanten, sondern auch durch die Rückkehr dreier Figuren, die in den europäischen Kriegen des 19. Und 20. Jahrhunderts verschwunden waren: des Warlord, der Söldner und der Kindersoldaten.
Bei der Veränderung des Kriegsgeschehens spielt neben waffentechnischen Veränderungen vor allem eine veränderte Ökonomie des Krieges eine Rolle. Beruhten die klassischen Staatenkriege auf der Ressourcenmobilisierung durch den Staat (Steuern, Subsidien, Anleihen), so finanzieren sich die in den letzten Jahren zunehmend beobachtbaren low-intensity-wars aus Kriegsökonomien, in denen der Handel mit illegalen Gütern, wie Rauschgift und Menschen, eine entscheidende Rolle spielt. Bürgerkriegsökonomien docken gleichsam an Friedensökonomien an und beziehen daraus ihre Ressourcen. Das hat zur Folge, daß Kriege nicht aufgrund ökonomischer Erschöpfung enden, sondern prinzipiell endlos dauern können.
Die Gustav Adolf zugeschriebene Formel, daß Krieg den Krieg ernähren müsse, hat in den Kriegen des beginnenden 21. Jahrhunderts neue Bedeutung gewonnen, und damit bestimmt sich auch das Verhältnis zwischen Krieg und Politik in neuer Form."

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Herfried Münkler:
Machiavelli (1992)
Gewalt und Ordnung. Das Bild des Krieges im politischen Denken (1992)
Hobbes (1992)
Nationenbildung (1998, gemeinsam mit K. Mayer und H. Grünberger)
Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution (1999, gemeinsam mit J. Kunisch)

Prof. Dr. Thomas Macho
1952 geboren ist er heute Professor für Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin.

Das Thema seines Vortrages lautet: "Heiliger Krieg. Historische Formen moralisch-religiöser Legitimation von Kriegen".

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Thomas Macho:
Todesmetaphern (1987)
Weltrevolution der Seele (1993, gemeinsam mit Peter Sloterdijk)

Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer
1953 in Bludenz geboren ist Prof. Dr. Pauer-Studer seit 1998 AO.Professorin für Philosophie an der Universität Wien.
Prof. Dr. Pauer-Studer studierte und arbeitete nicht nur an österreichischen Instituten, sondern auch an amerikanischen Univerisäten wie z.B. der University of California und der Harvard Universität.
Ihre Spezialgebiete sind: Analytische Philosophie, Ethik, Sozialphilosophie und politische Philosophie.

Das Thema ihres Vortrages lautet: "Ethik des gerechten Krieges".

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer:
Diskurstheorien der Moralbegründung (1983)
Das Andere der Gerechtigkeit. Moraltheorie im Kontext der Geschlechterdifferenz (1996)
Autonom leben. Reflexionen über Freiheit und Gleichheit (erscheint im November 2000)

Prof. Dr. Zarko Puhovski
geb. 1946 in Zagreb. Professor der politischen Philosophie an der Universität Zagreb. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Bücher über Kritische Theorie, Kommunismus, Liberalismus, Philosophie der Kultur und Ethik.

Prof. Dr. Alfred Schirlbauer
1948 in Lilienfeld geboren ist er heute Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und zugleich Dozent an der Teheresianischen Militärakademie Wiener Neustadt.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Kritik der Bildungspolitik, Erziehungs- und bildungssoziologische Fragestellungen und insbesondere pädagogische Probleme in machttheoretischer Hinsicht.

Das Thema seines Vortrages lautet: "Die Lehren des Krieges. Perspektiven einer Pädagogik der Konkurrenz".
Prof. Dr. Alfred Schirlbauer möchte dabei zeigen, daß Pädagogik und Bildungspolitik mehr mit Kampf, Konkurrenz (u.U. auch mit Krieg) zu tun haben als ihnen vermutlich lieb ist. Selbst in unschuldig klingenden Sprüchen wie "Nicht für die Schule, sondern für das Leben..." wirke ein konkurrenzmotivierter Impetus. "Die Bildungsseiten der Printmedien sind ohnehin voll mit Kampfrhetorik Daß es keine offizielle Pädagogik der Konkurrenz gibt, ist aber gleichwohl leicht erklärbar." Um diese Widersprüche geht es in seinem Vortrag.

Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Alfred Schirlbauer:
Didaktik und Unterricht (1982)
Junge Bitternis (1992)
Im Schatten des pädagogischen Eros (1996)

Richard Swartz
1945 in Stockholm geboren ist Richard Swartz heute Osteuropakorrespondent der schwedischen Tageszeitung "Svenska Dagbladet" und Mitarbeiter verschiedener internationaler Zeitschriften wie z.B. der FAZ.

Richard Swartz wird einen Vortrag zum "Krieg am Balkan" halten.

Auswahl wichtiger Publikatioonen von Richard Swartz:
Zwiesprache: vier Tage im Jahr 1989 (1994, gemeinsam mit Péter Nádas)
Room Service (1996)
Ein Haus in Istrien (Roman, erscheint Frühjahr 2001)

Aleksandar Tisma
1924 in Horgos/Jugoslawien geboren lebt Aleksandar Ti´sma heute als Schriftsteller in Novi Sad.

Aleksandar Ti´sma wird in Lech eine Lesung halten.

Auswahl wichtige Veröffentlichungen von Aleksandar Ti´sma:
Der Gebrauch des Menschen (1991)
Die Schule der Gottlosigkeit (1993)
Das Buch Blam (1995)
Kapo (1997)

Prof. Dr. Sibylle Tönnies

1944 geboren hat Prof. Dr. Tönnies in Kiel Jura und Soziologie an der London School of Economics studiert. Zunächst war sie als Anwältin mit dem Schwerpunkt Strafverteidigung tätig. Heute arbeitet sie als Professorin für Sozialwesen an der Universität Bremen und schreibt u.a. für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Zeit" und "die tageszeitung".

Ihr Vortragsthema lautet: "Die Macht des Martialischen".

Eine Auswahl wichtiger Publikationen von Prof. Dr. Sibylle Tönnies:

Pazifismus passé? (1997)
Der westliche Universalismus (2000)