Mariam Lau

Zur Person
Geb. 1962 in Teheran/Iran, aufgewachsen in Berlin, Studium in den USA und Berlin: Kunstgeschichte, Filmwissenschaften, Amerikanistik.
1992-98 Kulturredakteurin der taz, seither freie Journalistin

Wichtige Publikationen (Auswahl):
"Jüdisches in Kalifornien"(1993), "Jüdisches in Paris", (1994), "Mae West" (1998), "Die neuen Sexfronten. Vom Schicksal einer Revolution", (2000)

Zum Vortrag
Wie unter einem Brennglas bündelten sich in der sexuellen Revolution die Hoffnungen und Wünsche der sechziger Jahre. Im Zeichen der Libido sollte durch einen kollektiven Befreiungsschlag der Faschismus und überhaupt alle Unterdrückung aus der Gesellschaft verbannt, die Bande der Kleinfamilie durchtrennt und endlich ein neuer Mensch geschaffen werden, der den Traum vom gemeinsamen Glück wahrmachen konnte. Der Coup ist, wie wir wissen, gelungen, wenn auch anders, als die Akteure es sich vorgestellt haben ("ich habe zwar einen Orgasmus, aber mein Analytiker sagt, es sei der falsche").
Doch gerade wegen ihres überwältigenden Erfolgs treten die Schattenseiten der Bewegung jetzt klarer hervor: Die zunehmende Verrechtlichung und Politisierung des Privaten ist wahrscheinlich die am stärksten hervortrende. Von der Kommerzialisierung der Intimsphäre über Aids bis zur neuen Lustlosigkeit reichen die Vorwürfe, die der Sittenlockerung zur Last gelegt werden. Die Früchte der sexuellen Befreiung stehen nicht mehr hoch im Kurs; die Revolution enttäuscht ihre Kinder. Im Vortrag sollen mögliche Gründe für die schlechte Presse diskutiert werden.


Kontakt
Lau@snafu.de.


Die Zukunft des Eros?
"Die Zukunft des Eros liegt, wie es sich gehört, im Dunkeln."