Prof. Dr. Rainer Paris

Zur Person
geb 1948 in Oldenburg i. O. Seit 1994 Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Mikrosoziologie am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Von 1968 – 1973 studierte er Soziologie, Psychologie und Germanistik an der Freien Universität Berlin, von 1977 – 1981 war er Assistent am Institut für Soziologie der FU Berlin. Er promovierte 1984 zum Dr. phil an der Universität Bremen mit einer Arbeit zum Verhältnis von Marxismus und Interaktionstheorien. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Seminar der Universität Göttingen von 1985 – 1987 war seine Forschungstätigkeit in einem DFG-Projekt über "Machtprozesse in Organisationen und sozialen Siuationen" (Abschlussbericht: Figuration sozialer Macht. Autorität – Stellvertretung – Koalition, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1994, mit Wolfgang Sofsky). Die Habilitation im Jahre 1992 am Fachbereich Philosphie und Sozialwissenschaften I der Freien Universität Berlin, Ernennung zum Privatdozent.

Wichtige Publikationen (Auswahl):
Laufende Publikationen seit den siebziger Jahren zunächst zu Problemen der Gesellschafts- und Interaktionstheorie, der Dynamik sozialer Konflikte und Bewegung, Protest und Subkulturen. Ab Mitte der achtziger Jahre erfolgte eine verstärkte Konzentration auf Forschungsfragen im Themenspektrum Macht und Organisation, insbesondere die mikrosoziologiesche Untersuchung diverser Machtmethoden (Drohungen, Lob, Provokation, Seilschaften, Intrige etc.). Einige dieser Aufsätze erschienen 1998 in einem Sammelband: Stachel und Speer, Frankfurt a.M.: Suhrkamp. Neuere Abhandlungen dazu thematisieren unter anderem "Das Machtwort" (in: Merkur 11/1998), die Organisationsanalyse von Hochschulen (Leviathan Sonderheft 20, 2001) oder das "Warten auf Amtsfluren" (in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 4/2001). Die Grundfrage ist dabei stets, wie Macht gemacht und sozial organisiert wird und in welche typischen Zugszwänge, Handlungsprobleme und –dilemmata die Mächtigen und Mindermächtigen in diesen Prozessen verstrikt werden.

Vortrag
Tücken der Macht. Das Beispiel der Politik

Abstract zum Vortrag:
Der Vortrag rekapituliert zunächst einige grundbegriffliche Probleme des Machtbegriffs als Voraussetzung der Untersuchung diverser Dilemmata und latenter Konflikte der Macht. Leitlinie der Argumentation ist die bekannte Formulierung Foucaults, die Menschen wüssten in der Regel ganz gut, was sie tun, und auch, warum sie es täten, was sie nicht wüssten, sei, was ihr Tun tut. Am Beispiel der Politik soll gezeigt werden, wie die systematische Überlagerung und Gleichzeitigkeit verschiedener Konflikttypen de Akteure häufig in Zugzwänge manövriert, die sie immer nur sehr begrenzt voraussehen und letztlich kaum beherrschen können. Ein Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Herausarbeitung unterschiedlicher Mischungsverhältnisse und Schwierigkeiten des Austarierens von Maßnahmen- und Inszenierungsebene der Politik.