Donnerstag Freitag Samstag Sonntag download als PDF

Donnerstag, 16. September 2004

15.00 Siemens-Impulsforum: "Mit der Wahrheit zum Erfolg?"
Eröffnung: Franz Geiger, Siemens Österreich
anschließend Podiumsdiskussion mit
Bundesministerin Elisabeth Gehrer,
Michael Inacker (Daimler-Chrysler),
Gudrun Harrer (Der Standard) und
Günter Wallraff
Moderation: Gisela Hopfmüller
17.00 Eröffnung durch Schirmherrin
Bundesministerin Elisabeth Gehrer und
Landeshauptmann Herbert Sausgruber.
17.30 Eröffnungsvortrag: Konrad Paul Liessmann (Wien):
Der Wille zum Schein. Über Wahrheit und Lüge



Siemens Impulsforum – Mit der Wahrheit zum Erfolg

Die Wirtschaft bedarf heute mehr den je der Unterstützung durch die Philosophie. Das zeigt sich deutlich am Beispiel der Globalisierung. Hat sich die Internationalisierung der Wirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten eher gemächlich entwickelt, so ist ihr Tempo in den jüngsten Jahrzehnten geradezu explodiert. Mit dieser Dynamisierung des wirtschaftlichen Taktes scheint der moralisch-geistige Fortschritt der Menschen nicht immer mithalten zu können.
Was die einen als Entgleisung und Bereicherung einzelner vermeintlich elitärer Gruppen bezeichnen, fassen andere als systematisch rücksichtsloses neo-liberales Wirtschaftskonzept auf. Mit Schuldzuweisungen und pauschalen Verurteilungen ist niemandem geholfen.
GEGEN Globalisierung und wirtschaftliches Denken zu wettern ist gutgemeint, verfehlt aber das Ziel. Vielmehr geht es darum, FÜR mehr Moral, Ethik und gesellschaftliche Verantwortung einzutreten. Eine über die Grenzen vernetzte Wirtschaft kann dazu wesentlich beitragen.
Ohne eine philosophische Basis können Unternehmen langfristig nicht erfolgreich bestehen. Wer die moralisch-ethischen Werte und Grundeinstellungen von Mitarbeitern und Kunden missachtet, wird auf Sicht seine tragenden Säulen verlieren.
Ereignisse wie das Philosophicum geben wichtige gedankliche Anstöße. Aus diesem Grund wurde das Siemens-Impulsforum ins Leben gerufen.

Siemens Österreich kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit 125 Jahren das dynamische High-Tech-Unternehmen dauerhaft in Österreich etabliert. Wegen des kontinuierlichen wirtschaftlichen Erfolgs werden konzernintern immer wieder Kompetenzen nach Wien vergeben.
Dieser erfolgreiche Weg lässt sich nur auf einem gesundem und soliden Fundament fortsetzen. Wirtschaftliches Denken allein reicht als Basis nicht aus. Ein philosophisch-moralisches Rückrat gibt zusätzliche Stütze.

Für den Umgang mit Wahrheit gelten bei Siemens klare Vorgaben. Weltweit sind alle Mitarbeiter den Business Conduct Guidelines verpflichtet. Das sind jene Verhaltensregeln, die "die Beachtung von Gesetz und Recht" als "oberstes Gebot" normieren und die ethischen Grundregeln für Siemens-Mitarbeiter festsetzen. Sie gelten sowohl für den Umgang unter Kollegen als auch im Verhalten nach außen. Der hohe Stellenwert der Wahrheit wird darin an mehreren Stellen festgehalten.
In ihrem Grundgedanken bauen die Business Conduct Guidelines auf einem Leitspruch des Firmengründers Werner von Siemens auf, der für Ausreden und Unwahrheiten wenig übrig hatte und stets an die langfristigen Folgen dachte: "Für augenblicklichen Gewinn“, so einer seiner Wahlsprüche, „verkaufe ich die Zukunft nicht!" Bis heute denkt Siemens in langfristigen Perspektiven.
An die Vorstandsvorsitzenden, Finanzvorstände und Leiter des Finanz- und Rechnungswesens bzw. Controllings aller Siemens-Landesgesellschaften richtet sich ein weiteres auf Wahrheit pochendes firmeninternes Regelwerk: der Ethikkodex für Finanzangelegenheiten. Die Führungskräfte müssen ungeachtet aller gesetzlichen Vorschriften dafür Sorge tragen, daß Geschäftsvorfälle korrekt, vollständig und fair dokumentiert werden. Mitarbeiter sind entsprechend anzuweisen.
Um die Einhaltung der Verhaltensregeln sicherzustellen, haben alle Siemens Landesgesellschaften einen Compliance Officer. Sie tragen die Verantwortung dafür, daß die Verhaltenskodices vollständig umgesetzt werden.
Ergänzend zur Revision hat Siemens ein Internes Kontrollsystem etabliert, das stichprobenweise auch einem externen Audit unterzogen wird. Der richtige Umgang mit der geschäftlichen Wahrheit wird auch von unabhängigen Wirtschaftsprüfern überwacht. Alle Siemens-Mitarbeiter sind somit angehalten, sich ehrlich und korrekt zu verhalten.