Prof. Dr. Walter Homolka





Zur Person

geb. 1964 in Landau an der Isar, ist deutscher Rabbiner, Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam und Honorarprofessor der Philosophischen Fakultät; Vorstandsmitglied der World Union for Progressive Judaism Jerusalem (seit September 2005). Chairman der Leo Baeck Foundation.

 

Homolka trat als Schüler in die Israelitische Kultusgemeinde Straubing ein, studierte die Fächer Philosophie, Theologie und Finanzwissenschaften mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und graduierte 1986 zum "Baccalaureus theologiae seu divinitatis" (Ludwig-Maximilians-Universität München). Sein Studium setzte er am Leo Baeck College London fort. 1989 erwarb er ein Zertifikat für Erwachsenenpädagogik (Hochschule für Philosophie München). 1992 promovierte er am King's College London mit einer Arbeit über Rabbiner Leo Baeck und den deutschen Protestantismus. Seinen Magister in Jüdischen Studien erwarb er 1993 am St. David's University College Lampeter, University of Wales. Mit erfolgreichem Abschluss der Prüfungen am Leo Baeck College wurde er 1997 zum Rabbiner ordiniert.

Nach einem beruflichen Werdegang u. a. bei Bertelsmann, Greenpeace, der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft für internationalen Dialog und der Kultur-Stiftung der Deutsche Bank AG wurde Walter Homolka im September 2002 zum Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs, des ersten Rabbinerseminars in Deutschland seit dem Holocaust, ernannt. Seit 2003 ist Walter Homolka Vorsitzender des Kuratoriums der Ursula-Lübbe-Stiftung, seit 2005 Chairman der Leo Baeck Foundation. Der ehemalige Rabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde in München und Landesrabbiner von Niedersachsen lehrt seit 31. Mai 2007 als Honorarprofessor der philosophischen Fakultät an der Universität Potsdam und hatte verschiedene Gastprofessuren inne, z. B. an der New York University, der katholischen Péter Pázmány Universität Budapest und dem Kanonistischen Institut Potsdam.

Rabbiner Homolka war von 1997 bis 2000 und wieder ab 2004 Mitglied im Governing Body der World Union for Progressive Judaism und aktiv in ihren „Governance" und "Rabbinic Standards Committees". Er ist Mitglied in der Allgemeinen Rabbinerkonferenz des Zentralrats der Juden in Deutschland, der „Rabbinic Conference" von „Liberal Judaism UK", im „New York Board of Rabbis" und in der „Reconstructionist Rabbinic Association". Er arbeitet im Gesprächskreis „Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken mit und im Beirat der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Er sitzt im Board des „Solomon B. Freehof Institute" für jüdisches Religionsrecht und des Saltz International Education Center Jerusalem. Außerdem ist er Beiratsmitglied der Internationalen Orient-Okzident-Gesellschaft.

Er war Mitglied im „Jewish Studies Advisory Board" der Princeton University, Moses Mendelssohn-Fellow und German Marshall Fund Fellow, außerdem stellvertretendes Stiftungsratsmitglied der Berliner Philharmoniker, Mitglied der Hessischen Kulturkommission und Mitglied des Aufsichtsrates der Österreichische Bundestheater Holding. Von 1997 bis 2000 Mitglied im Vorstand der Union progressiver Juden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Walter Homolka ist Major der Reserve beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Er ist Kolumnist der österreichischen Wochenzeitung DIE FURCHE, Mitherausgeber der Reihe "Aus Religion und Recht" beim Verlag Frank & Timme, Berlin, Mitglied im Beirat der Zeitschrift "de processibus matrimonialibus" und Kuratoriumsmitglied der Zeitschrift "Belletristik". Er ist Mitarbeiter an den Lexika "Religion in Geschichte und Gegenwart" (RGG 4. Auflage) und "Encyclopedia of the Bible and its Reception" (EBR).

 

Auszeichnungen

Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Ritter der französischen Ehrenlegion

Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst

Ritter der Republik Italien

Internat. Ehrenbürger von New Orleans.


Wichtige Publikationen (Auswahl):

Umweltfonds. Investieren in die Zukunft, Economica-Verlag, Bonn 1990

Von der Sintflut ins Paradies. Der Friede als Schlüsselbegriff jüdischer Theologie, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993 (mit Albert H. Friedlander)

Progressives Judentum - Leben und Lehre, Knesebeck, München 1999 (mit Jonathan Romain)

Das Wertpapiergeschäft. Was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, Gabler, Wiesbaden 1994 (mit Ingeborg Kauper und Andreas Küspert)

Culture First - Promoting Standards in the New Media Age, Cassell, London 1996 (mit Kenneth Dyson)

Das Judentum hat viele Gesichter - die religiösen Strömungen der Gegenwart, Knesebeck München 1999, GTB Gütersloh 2000; Bastei-Lübbe 2006 (mit Gilbert S. Rosenthal)

Schalom Ben-Chorin. Ein Leben für den Dialog, Hrsg., Gütersloher Verlagshaus 1999

Gemeinsam vor Gott. Gebete aus Judentum, Christentum und Islam, Gütersloher Verlagshaus, 2004 und 2006 (2. Auflage) (mit Martin Bauschke und Rabeya Müller)

Leo Baeck: Jüdisches Denken - Perspektiven für heute, Herder Verlag Freiburg März 2006

Leo Baeck - Eine Skizze seines Lebens, Gütersloher Verlagshaus September 2006 (mit Elias H. Füllenbach)

Leo Baeck - Philosophical and Rabbinical Approaches, Hrsg., Frank & Timme Verlag Berlin 2007

Das Jüdische Eherecht deGruyter Rechtswissenschaften Berlin 2007

Preaching in Judaism and Christianity - Encounters and Developments, Hrsg., deGruyter Berlin 2008 (mit Alexander Deeg und Heinz-Günther Schöttler)

Weltethos - jüdisch verstanden, Herder Verlag Freiburg 2008 (mit Hans Küng)




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walter.homolka@t-online.de