Univ. Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma


„Im säkularen Staat ist Religion Privatsache. Nicht der Inhalt religiöser Überzeugungen verdient Respekt, sehr wohl aber die Entscheidung eines Mitbürgers für einen so oder so beschaffenen Lebensentwurf - sofern der die Lebensentwürfe anderer nicht beschädigt oder beeinträchtigt."

Zur Person

geb. 1952, lebt und arbeitet vorwiegend in Hamburg. Er ist Geschäftsführender Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg und Vorstand der Arno Schmidt Stiftung.

Er studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. Nach Erreichen des 26. Lebensjahres durfte er laut Testament über sein Erbe verfügen: seine Anteile an der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH verkaufte er. Seit 1980 hat Reemtsma demnach keine Verbindungen mehr zur Firma. Er widmet sich der Literatur und Wissenschaft und ist ein bedeutender Mäzen für kulturelle Initiativen. Um dem herzkranken Dichter Arno Schmidt Unabhängigkeit zu gewährleisten, bot Reemtsma ihm 1977 den damaligen Wert eines Nobelpreises in Höhe von 350.000 DM als Unterstützung an. Zwei Jahre nach dessen Tod fand 1981 die Gründung der Arno-Schmidt-Stiftung statt, deren alleiniger Vorstand Reemtsma seit 1983 ist. 1984 gründete er die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und förderte als Vorstand dieser Stiftung die Herausgabe zahlreicher Bücher, unter anderem der Werke Jean Amérys, Theodor W. Adornos und Walter Benjamins.

Seit 1996 lehrt er als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 1997 Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg
  • 1999 Inhaber der Mercator-Professur, Universität Duisburg-Essen
  • 2001 Nicolas Born-Preis des Landes Niedersachsen
  • 2002 Leibniz-Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Ehrendoktorwürde der Universität Konstanz (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
  • lehnte er die Annahme des ihm verliehenen Bundesverdienstordens nach hanseatischer Tradition ab

Wichtige Publikationen (Auswahl):
  • Verbrechensopfer. Recht und Gerechtigkeit
    (gem. mit Winfried Hassemer, 2002)
  • Warum Hagen Jung-Ortlieb erschlug.
    Unzeitgemäßes über Krieg und Tod (2003)
  • Folter im Rechtsstaat? (2005)
  • Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit.
    Sechs Reden über Literatur und Kunst (2005)
  • Über Arno Schmidt. Vermessungen eines poetischen Terrains (2006)
  • Lessing in Hamburg (2007)

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