Tractatus-Preisträger 2011 - Norbert Bolz

Norbert Bolz, scharfsinniger Zeitanalytiker und streitbarer Kulturphilosoph, erhält den Tractatus – richtungsweisender Preis für philosophische Essayistik. 

Exemplarisch für „Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht“, so der Titel der leidenschaftlichen Streitschrift, wird Norbert Bolz der TRACTATUS zuerkannt. Die Verleihung der richtungsweisenden Auszeichnung für philosophische Essayistik erfolgt im Rahmen des renommierten Philosophicum Lech, das sich vom 21. - 25. September 2011 dem Thema „Die Jagd nach dem Glück“ widmet. 

Originalität des Denkansatzes, Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung und Relevanz des Themas, so lauten die aufgefächerten Kriterien der Jury für die Vergabe des Tractatus. Auf Anregung des Literaten Michael Köhlmeier vom „Verein Philosophicum Lech“ ins Leben gerufen, wird der mit 25.000 Euro hochdotierte Preis dieses Jahr bereits zum dritten Mal vergeben. „Mit der Prämierung herausragender Publikationen auf dem immer wichtiger werdenden Feld geistiger Auseinandersetzung und Standortbestimmungen wollen wir ein deutliches Signal setzen“, so Konrad Paul Liessmann, wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech, über die weitreichende Bedeutung und Aktualität philosophischer Diskussion sowie Würdigung anspruchsvoller Essayistik. 

Wie facettenreich und literarisch exzellent philosophische Essayistik sich zeigt, beweisen die zur Lektüre empfohlenen Bücher der diesjährigen Shortlist ebenso wie die bisherigen Preisträger des Tractatus. Wurde 2009 der österreichische Kulturpublizist Franz Schuh für sein durch sprachliche Brillanz und subtile Selbstironie bestechendes Werk "Memoiren. Ein Interview gegen mich selbst" prämiert, folgte im vergangenen Jahr der Philosophiehistoriker Kurt Flasch mit seiner für Furore sorgenden Abhandlung über die „Kampfplätze der Philosophie“. Diesmal fiel die Wahl auf einen nicht weniger profilierten und streitbaren Kulturphilosophen. 2011 erhält den Tractatus der Kulturphilosoph Norbert Bolz exemplarisch für sein Werk „Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht.“

„Die Bücher von Norbert Bolz enthalten immer eine Überraschung, sie sind elegant formuliert, präzise und entschieden. Zudem bemerkt man eine beeindruckende Vertrautheit mit der philosophischen Tradition. Bolz bedient sich ihrer aber nicht, um bei den Fachkollegen Eindruck zu machen, sondern um das Gegenwärtige im Lichte der Vergangenheit besser erkennen zu können“, zählt Juror Rüdiger Safranski den Medienphilosophen mit Professur an der TU Berlin zu den „herausragenden philosophischen Zeitdiagnostikern der Gegenwart“. Seine oft höchst kontrovers diskutierten Bücher würden „im Denken orientieren, die Gegenwart reflektieren, zum Widerspruch reizen und Vergnügen bereiten. Sie sind Traktate im besten Sinne des Wortes“, betont Safranski.

Ganz im Sinne des Tractatus weiß Norbert Bolz, philosophische Fragen in erweitertem Sinne höchst ambitioniert, argumentativ genauso pointiert wie komplex und doch verständlich zu diskutieren. „Er versteht es, die Lebensformen der Moderne mit ihren Widersprüchen, Paradoxien und Chancen zum philosophischen Thema zu machen. Dabei scheut er nicht die Provokation, wenn er etwa der Frage nachgeht, wieviel Gleichheit verträgt die Freiheit, oder wenn er Einspruch erhebt gegen die übliche kulturkritische Verleumdung des Konsums oder wenn er die Wissensform der Religion gegen ihre angeblich aufgeklärten Kritiker verteidigt“, lautet die Urteilsbegründung der Jury, zu der neben dem deutschen Philosophen Rüdiger Safranski die Schweizer Philosophin Ursula Pia Jauch sowie der österreichischen Journalist und Autor Helmut A. Gansterer gehören.

Die feierliche Verleihung des TRACTATUS erfolgt am 23. September, um 21:00 Uhr im Rahmen des Philosophicum Lech. Unter dem vielversprechenden Titel „Die Jagd nach dem Glück. Perspektiven und Grenzen guten Lebens“ werden vom 21. bis 25. September renommierte Philosophen und Kulturwissenschaftler, Mathematiker und Soziologen für eine breitgefächerte und spannende Vortragsreihe sowie öffentliche Diskussion garantieren. „Wir erwarten uns wieder großes Interesse und einen ebenso anregenden wie unterhaltsamen geistigen Austausch“, lädt Bürgermeister Ludwig Muxel im Namen des Vereins Philosophicum Lech in das bezaubernde Bergdorf am Arlberg – längst als herausragender Ort intellektueller Auseinandersetzung etabliert. 

„Der Tractatus als richtungsweisender Preis für philosophische Essayistik spiegelt nicht zuletzt das Selbstverständnis des Philosophicum Lech, aktuelle Themen perspektivisch vielfältig und innovativ zu diskutieren – Philosophie auf die Höhe der Zeit!“, wie Konrad Paul Liessmann unterstreicht.

Norbert Bolz: Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht
Wilhelm Fink Verlag, München 2010

ISBN-10 3770549775 / ISBN-13 9783770549771
Kartoniert, 169 Seiten, € 16,90

Biografie von Norbert Bolz

Prof. Dr. Norbert Bolz, Philosoph und Professor für Medienwissenschaft, TU Berlin
1953 in Ludwigshafen geboren, studierte Norbert Bolz Philosophie, Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaften in Mannheim, Heidelberg sowie Berlin. Seine Dissertation über die „Ästhetik Adornos“ schrieb er bei dem Religionsphilosophen Jacob Taubes, dessen Assistent er war und bei dem er über „Philosophischen Extremismus zwischen den Weltkriegen“ auch habilitierte. Von 1987 bis 1992 war Bolz Dozent an der Freien Universität Berlin. Anschließend wechselte er an das Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität GH Essen als Universitätsprofessor für Kommunikationstheorie mit den Arbeitsschwerpunkten Medientheorie, Kommunikationstheorie und Designwissenschaft. Seit 2002 lehrt er am Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft/Medienberatung an der Technischen Universität Berlin.

Norbert Bolz ist Verfasser zahlreicher Aufsätze und Autor sowie Herausgeber von über 30 Werken, darunter: „Wer hat Angst vor der Philosophie?“ (1982) „Theorie der neuen Medien“ (1990), „Eine kurze Geschichte des Scheins“ (1991), „Das kontrollierte Chaos“ (1994), „Die Sinngesellschaft“ (1997), „Die Konformisten des Andersseins“ (1999), „Das konsumistische Manifest“ (2002), „Blindflug mit Zuschauer“ (2005), „Die Helden der Familie“ (2006), „Diskurs über die Ungleichheit“ (2009) sowie „Die ungeliebte Freiheit.“ (2010). Zudem ist er gefragter Publizist, Interview- und Diskussionspartner in den Medien.

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