Univ. Prof. Dr. Sonja Puntscher-Riekmann
Univ. Prof. Dr. Sonja Puntscher-Riekmann

Univ. Prof. Dr. Sonja Puntscher Riekmann

Geboren 1954 in Bozen. Sie war Universitäts-Dozentin am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien und Innsbruck, und verfasste in dieser Zeit ihre Habitilationsschrift zum Thema "Die Neuordnung Europas. Das Dispositiv der Integration". Sie war Gastprofessorin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl für die vergleichende Analyse politischer Systeme (2000-2001), und von 2004 bis 2007 Direktorin des EIF, Institut für europäische Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften(zuvor Forschunsgstelle für institutionellen Wandel und europäische Integration, 1998-2004). Sonja Puntscher Riekmann hat als Autorin und Ko-Autorin viele Beiträge zur europäischen Verfassung und Parlamentarismus verfasst, zuletzt "Constitutionalism and representation" in "The Twilight of Constitutionalism" (Oxford University Press, 2010) und Comitology and the European Constitutional Treaty"in "Comitology in the 21st century" (European Institute for Public Administration, 2009).
Sie ist außerdem seit 2006 Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der Jury für den Demokratiepreis der Margaretha-Lupac-Stiftung des österreichischen Parlaments und Mitglied des sozial- und geisteswissenschaftlichen Begutachterpanels für die Vergabe der Starting Grants des European Research Concinl - ERC (Institutionen, Werte, Überzeugungen und Verhaltensweisen), um nur einige ihrer vielen institutionellen Verpflichtungen zu nennen.

Publikationen (Auswahl Bücher)

Zahlreiche Bücher, Artikel, Aufsätze und Buchbeiträge

Zum Vortrag

Der Staat zwischen Postoral und Phobie. Eine Kritik neuerer Staatsdiskurse
Von Sonja Puntscher Riekmann (Universität Salzburg)

Die Entwicklung des modernen Staates wird von zwei konkurrierenden tehoretischen Diskursen begleitet: dem Diskurs der Pastoral, der den Staat als Hirten, als Garanten von Sicherheit und Gestalter aller Lebensbereiche konzipiert, und dem Diskurs der Phobie, der den Staat als Zwangsgehäuse und Begrenzung von Freiheit, vor allem ökonomischer Freiheit, betrachtet. Setzt der eine auf eine Idee der Staatlichkeit, in der das Individuum erst seine volle Entfaltung erfährt, so stellt der andere permanent die Frage, warum es den Staat überhaupt geben muss. Die reale Entwicklung von Staaten ist differenzierter zu betrachten, denn je nach Weltregion sind wir mit unterschiedlichen Auswirkungen der beiden Diskurse konfrontiert. In grober Vereinfachung sieht man den europäischen Wohlfahrtsstaat als Apotheose des Pastoral-Diskurses und die USA als Hort der Staatsphobie. Doch abhängig von von historischen Kontingenzen, politischen und sozioökonomischen Konfliktlagen, staatlichen Steuerungskrisen und Marktversagen erleben diese Diskurse unterschiedliche Konjunkturen und vermischen sich diesseites und jenseits des Atlantiks, während sogenannte Entwicklungs- und Schwellenländer sich an ihnen höchst indirekt und oft nur als Objektive von äußeren Interventionen, etwa durch die Bretton Woods-Institutionen, beteiligen.

Homepage

www.uni-salzburg.at/sceus

E-Mail

sonja.puntscher-riekmann(at)sbg.ac.at

 

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