Univ. Prof. Dr. Jörg Baberowski

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Statement zum Vortrag

Leben mit der Gewalt

Die Hölle sind immer die anderen. Wer den Raum der Gewalt betritt, blickt in den Abgrund und erfährt, daß Menschen zu allem fähig sind, wenn sie tun dürfen oder tun müssen, was sie sich im Frieden versagen. Der Gezeichnete hat die Hölle gesehen, und er wird sie nicht vergessen können. Und auch die Täter wissen, wie die Welt des Leidens beschaffen ist, und daß es nur eines kleinen Schrittes bedarf, damit aus Tätern Opfer werden. Deshalb ist das Wissen um die Hölle eine Versicherung gegen die Wiederkehr der Gewalt.

Zur Person

Geboren 1961 in Radolfzell, Studium der Geschichte und Philosophie an der Universität Göttingen, wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Frankfurt am Main und Tübingen, seit 2002 Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Wichtigste Veröffentlichungen

•    Autokratie und Justiz, Frankfurt am Main 1996
•    Der Feind ist überall. Stalinismus im Kaukasus, München 2002
•    Der Sinn der Geschichte. Geschichtstheorien von Hegel bis Foucault, München 2003
•    Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt, München 2012
•    Räume der Gewalt, Frankfurt am Main 2015

Preis der Leipziger der Buchmesse in der Kategorie Sachbuch für „Verbrannte Erde“

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