
29. Philosophicum Lech
Betreutes Denken
Die neue Lust an der Unmündigkeit
Freitag, 25. September 2026 um 17.15 Uhr
Betreutes Selberdenken - Vernunft im Zeitalter der Desinformation
Dr. Romy Jaster
Referentin
Zur Person
Romy Jaster forscht und lehrt an der Humboldt-Universität, wo sie am Institut für Philosophie den Arbeitsbereich "Philosophie & Öffentlichkeit" verantwortet. Sie ist außerdem Teil des Leitungsteams und gegenwärtig Sprecherin des DFG-Schwerpunktprogramm "Rethinking Disinformation" (Re:DIS).
Sie hat an der Universität Bielefeld, der University of Notre Dame und der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Nach Forschungsaufenthalten an der École normale supérieure in Paris und der Australian National University in Canberra wurde sie 2016 an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit über Fähigkeiten promoviert. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FAU Erlangen-Nürnberg und der HU Berlin und hat 2022 die Professur für Metaphysik und Sprachphilosophie an der HHU Düsseldorf vertreten. Im WiSe 24/25 war sie Forschungsfellow am Human Abilities Centre in Berlin.
Romy Jaster ist Alumna der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie der Carl und Max-Schneider-Stiftung. Ihre Dissertation wurde mit dem Wolfgang-Stegmüller-Preis und dem De Gruyter-Preis ausgezeichnet. Der Tagesspiegel hat sie für 2025 in die TOP 100-Liste der Berliner Wissenschaft aufgenommen. Für ihre öffentliche Arbeit war sie 2024 für den Christa Serić Geiger-Preis geshortlistet, für ihre akademische Lehre war sie 2025 für den ars legendi-Preis nominiert.
Sie ist Mit-Initiatorin der von GAP und DGPhil gemeinsam betriebenen AG "Philosophie & Öffentlichkeit", Gründungs- und Redaktionsmitglied der Public Philosophy-Plattform „PhilPublica“ sowie Co-Gründerin und -Leiterin des Forums für Streitkultur, das sich mit den Bedingungen und Störungen einer konstruktiver Streitkultur beschäftigt.
Von Anfang 2019 bis Ende 2022 war sie Geschäftsführerin der Gesellschaft für analytische Philosophie (GAP). In dieser Funktion hat sie gemeinsam mit Geert Keil den Kongress GAP.11 "Philosophie und Öffentlichkeit" ausgerichtet.
Bibliographie (oder Auszug daraus)
Monographien
- Die Wahrheit schafft sich ab: Wie Fake News Politik machen. Reclam, 2019; mit David Lanius.
- Agents’ Abilities. De Gruyter, 2020.
Fachartikel zum Thema „Desinformation"
- "Deeper into Populist and Authoritarian Bald-Faced Bullshit" (2026), mit David Lanius, Topoi. *open access*
- "Defining 'conspiracy theory' without begging the question: a roadmap" (2026), mit Geert Keil, Erkenntnis. *open access*
- "The Concept of Fake News" (2025), mit David Lanius, in: A. Wiegmann (Hg.): Advances in the Experimental Philosophy of Lying, London: Bloomsbury.
- "Verschwörungstheorien und skeptische Hypothesen: Immun gegen Gegenbelege?" (2024), mit Geert Keil, Zeitschrift für philosophische Forschung.
- "Was ist Wissen?" (2023), mit David Lanius, in: B. Bussmann & P. Mayr (Hgg.): Theoretisches Philosophieren und Lebensweltorientierung. Stuttgart: Metzler.
- "Die Epistemologie der Verschwörungstheorie" (2023), in: R. Imhoff (Hg.): "Die Psychologie der Verschwörungstheorien: Von dunklen Mächten sonderbar belogen...", Göttingen: Hogrefe.
- "Speaking of Fake News: Definitions and Dimensions" (2021), mit David Lanius, in: S. Bernecker et al. (Hgg.): The Epistemology of Fake News, Oxford: Oxford University Press: 19-45.
- "Wenn Wahrheit wertlos wird - Demonstrativer Bullshit in der digitalisierten Öffentlichkeit" (2021), mit David Lanius, in: M. Waldis & M. Hubacher et al. (Hgg.): Politische Bildung für die digitale Öffentlichkeit, Berlin: Springer: 175-195. *open access*
- "Schlechte Nachrichten: Fake News in Politik und Öffentlichkeit" (2020), mit David Lanius, in: R. Hohlfeld et al. (Hgg.): Fake News und Desinformation: Herausforderungen für die vernetzte Gesellschaft und die empirische Forschung, Baden-Baden: Nomos: 245-268. *open access*
- "What is Fake News?" (2018), mit David Lanius, Versus 127(2): 207-224.