29. Philosophicum Lech

Betreutes Denken

Die neue Lust an der Unmündigkeit

Samstag, 26. September 2026 um 16.00 Uhr

Krisen allerorten. Verschwörungstheorien als Symptom

Statement zum Vortrag

Verschwörungstheorien werden in öffentlichen Diskurs oft pauschal als antidemokratisch, autoritär und antisemitisch begriffen und daher als eine der Wurzeln der gegenwärtigen Krise der westlichen liberalen Demokratie. Das ist nicht falsch, aber einseitig. Denn das Verhältnis von Konspirationismus und Demokratie ist deutlich komplexer. Zudem sollten wir Verschwörungstheorien weniger als Ursache und mehr als Symptom verstehen. So werden Menschen nicht misstrauisch, weil sie im Internet auf Verschwörungstheorien stoßen, sondern sie suchen gezielt nach diesen, weil sie bereits misstrauisch sind. Und obwohl Verschwörungstheorien im wörtlichen Sinn eigentlich nie wahr sind, speisen sie sich oft aus realen Nöten und Sorgen, die es anzuerkennen und anzugehen gilt.