Anmeldebeginn und Programm

Eine erste Programmübersicht finden Sie hier ab Ende März 2027. Eine Anmeldung ist ab Frühjahr 2027 hier möglich. Den exakten Anmeldebeginn mit Datum und Uhrzeit finden Sie dann ebenfalls hier. Wir bitten um Verständnis, dass keine Voranmeldungen oder Reservierungen möglich sind - es wird den gleichen Anmeldebeginn für alle geben. 

Veranstaltungsort

Das Philosophicum Lech findet in den Lechwelten, dem Veranstaltungssaal im Zentrum von Lech, statt.

Editorial

Was ist uns heilig? Ist uns noch etwas heilig? Lange schien die Antwort auf diese Fragen geklärt. Das Heilige gehörte in die Sphäre der Religion: zu Gott und den Göttern, zu Kult und Ritual, zu jenen Orten, Dingen und Zeiten, die dem alltäglichen Zugriff entzogen waren. Das Heilige stand jenseits der profanen Welt. Heilig war, was in besonderer Weise die Transzendenz im Irdischen repräsentierte und gerade darin eine besondere Macht über das menschliche Leben entfaltete: Das Heilige galt als unantastbar.

Die Moderne hat viele dieser Gewissheiten erschüttert. Aber die alten Götter leben noch: Christliche und muslimische Influencer boomen, der Tech-Milliardär Peter Thiel hält Vorträge zum Antichristen in Rom und der „Heilige Krieg“ ist mitnichten verschwunden. Religion scheint mancherorts gar eine neue, identitätsbildende Bedeutung zu erhalten – pikanterweise in einer Zeit, in der sich der Mensch dank künstlicher Intelligenz und Unsterblichkeitsfantasien zum „Homo Deus“ aufzuschwingen trachtet: Zum Gott seiner selbst, der sein Schicksal bis ins Äußerste selbst kontrolliert.

Trost, Vergewisserung und Halt kann sich dieser Mensch freilich nur bedingt selbst geben. Und so findet das Heilige in säkularen Gesellschaften neue Ausformungen in Werten, Überzeugungen und Institutionen, die dem Zweifel weitgehend entzogen sind: Mit der „Heiligkeit des Lebens“ wird gegen Abtreibung und Keimbahntherapie argumentiert; die Menschenwürde gilt als unantastbar; und der Glaube an die unsichtbare Hand des Marktes täuscht über jedes Marktversagen hinweg. Zugleich treten neue Instanzen auf den Plan, die Erlösung versprechen: Gesundheit und Sport, Kunst und Technik, Konsumgüter und spirituelle Angebote treten an die Stelle der alten Götter und versprechen Orientierung und Erlösung. Nicht umsonst wird von Musen- und Konsumtempeln gesprochen, werden Fußballgötter verehrt, wird in Retreats auf Erleuchtung gehofft oder die „Göttin in Dir“ entdeckt.

Was geschieht, wenn etwas als „heilig“ erklärt wird? Ja, was genau ist „das Heilige“ überhaupt? Was gewinnen Gesellschaften durch Unantastbares und Unverhandelbares – und was riskieren sie, wenn bestimmte Überzeugungen außer Streit gestellt werden? Brauchen wir gemeinsame Heiligtümer, um überhaupt eine Gemeinschaft bilden zu können? Und woran erkennen wir den Unterschied zwischen begründeten letzten Werten und neuen Götzen? Denn dort, wo das Heilige wohnt, sind die Ketzer, Leugnerinnen und Blasphemiker nicht weit.

Das 30. Philosophicum Lech stellt sich den alten und neuen Formen des Heiligen, thematisiert den Zusammenhang von religiöser Transzendenz und säkularer Unbedingtheit und untersucht die Tabus, Rituale und Glaubensgewissheiten unserer Zeit mit Vorträgen aus Philosophie, Sozial- und Kulturwissenschaften, Theologie und benachbarten Disziplinen sowie im Dialog mit dem Publikum.

Barbara Bleisch
Konrad Paul Liessmann
Intendanz Philosophicum Lech

Intendanz

Seit 2024 ist eine Intendanz eingerichtet, mit der Konrad Paul Liessmann und Barbara Bleisch betraut sind. Nähere Informationen dazu.

Zimmerbuchungen

Für Zimmerbuchungen und Fragen zu Unterkünften steht Ihnen die Lech Zürs Tourismus GmbH gerne zur Verfügung: Unterkunft buchen - Email info@lechzuers.com, Telefon +43 5583 2161, www.lechzuers.com

Wir freuen uns auf das Philosophicum Lech 2027!

Ihr Team des Philosophicum Lech
(Oktober 2026)