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Dokumentation

Buchtitel: Die Hölle. Kulturen des Unerträglichen
Paul Zsolnay Verlag

Alle Bände der Buchreihe Philosophicum Lech sind im Paul Zsolnay Verlag erschienen.

www.zsolnay.at

2018

Die Hölle

Kulturen des Unerträglichen

Erscheinungstermin 12.03.2019

ISBN 978-3-552-05929-0

Die Hölle, das sind die anderen. Seit Jean-Paul Sartres existentialistischer Deutung der Hölle ist klar: Es sind die Menschen selbst, die sich ihr eigenes und das Leben der anderen zur Hölle machen. Das ursprünglich religiös gedachte Modell der Hölle wird zur Metapher, mit der wir im Alltag und in der Geschichte jene Situationen beschreiben, die als unzumutbar, quälend, letztlich unerträglich empfunden werden. Allerdings: Das Unerträgliche ist weder chaotisch noch anarchisch, es gehorcht Regeln, Ritualen, Zwängen und Wiederholungen. Es handelt sich um Kulturen des Unerträglichen, die von der Hölle in Beziehungen und Familien bis zu den Höllen der Sucht, von den Höllen der Gewalt und der Kriege bis zur Hölle des Cybermobbings und des Hasses in den sozialen Netzwerken, von der Hölle der Naturkatastrophen bis zu den Höllen des Terrors und der politischer Repression reichen.

Allerdings: In jeder Hölle steckt noch ihr religiöser Kern. Die Höllenqualen, die sich Menschen ausgemalt haben, waren auch Dokumente eines frühen Bewusstseins von Gerechtigkeit. Der Böse, der der irdischen Gerichtsbarkeit entkommen konnte, sollte wenigstens im Jenseits dafür büßen. Die Konzepte dieser religiösen Vorstellungen einer ausgleichenden jenseitigen Gerechtigkeit reichen von einer freudlosen Unterwelt über ein reinigendes Fegefeuer bis zu einem ausgeklügelten System von Foltern und Qualen und der ewigen Verdammnis. Die Hölle und ihre Bilder sind so selbst zu einer Quelle der Kultur geworden, von Dantes „Inferno“ bis zu Don Giovannis Höllenfahrt, von den grausamen Weltgerichtsphantasien des Hieronymus Bosch bis zu den modernen Darstellungen auswegloser Situationen reichen die ästhetischen Bearbeitungen und Variationen der Hölle. Ohne Hölle und Höllenfahrten wären Literatur, Kunst und Musik um einiges ärmer.

Inhalt

Ludwig Muxel
Vorwort

Konrad Paul Liessmann
Die Hölle. Kulturen des Unerträglichen

Josef Imbach
"Ein großer See mit brennendem Schlamm." Höllendarstellungen in der christlichen Kunst

Christine Schirrmacher
"Herr! Bewahre uns vor der Strafe des Höllenfeuers" (Sure2,201) Gericht und Hölle im Kontext von Koran, islamischer Theologie und Salafismus

Manfred Koch
Infernalische Kreativität. Die Hölle als Heimstatt der Dichter: Dante, Goethe, Thomas Mann

Christian Grüny
Register des Unerträglichen

Bernhard Pörksen
Die Hölle der Desinformation. Spielregeln der Wirklichkeitsordnung im digitalen Zeitalter

Reinhard Haller
Vom Himmel des Rausches zur Hölle der Sucht

Philipp Lepenies
Höllen der Armut

Jörg Baberowski
Die Hölle sind die Anderen. Leben mit der Gewalt

Adelheid Kastner
"L´enfer, c´est les autres – Die Hölle, das sind die anderen"

Barbara Bleisch
In der Familienhölle. Die Tücken der Blutsbande

Thomas Vasek
Laudatio Tractatus Preisträger 2018

Thomas Bauer
Dankesrede